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Für Sie gelesen

In dieser Rubrik möchten wir Ihnen Bücher vorstellen, die wir wir lesenswert halten.

Stress bei Hunden
von Martina Nagel/ Clarissa v. Reinhardt, erschienen 2003 beim Animal learn Verlag

In unserer Hundeschule haben wir bei Douglas eine Stress-analyse gemacht, damit wir dann besser auf ihn eingehen können. Nachdem wir gelernt hatten, die Beschwichtigungssignale zu verstehen und auch selbst beschwichtigend auf Douglas einzuwirken, sollten wir jetzt lernen den Stresspegel von Douglas runterzufahren. Wir hatten uns eigentlich nie Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen zum Beispiel Stress auf einen Hund haben kann und waren auch nicht in der Lage, Stress bei Douglas zu erkennen.

Es wird der Begriff Stress definiert und die Stresssymptome ausführlich beschrieben. Außerdem wird sehr anschaulich erklärt, was überhaupt im Körper eines Hundes passiert, wenn er unter Stress steht. Auch werden gesundheitliche Risiken aufgezeigt, wenn man dem Stress nicht entgegen wirkt. Es wird darauf hingewiesen, dass z.B. ausreichender Schlaf und Ruhemöglichkeiten enorm wichtig sind und dass zu viele Aktivitäten den Hund krank machen. Stressauslösende Faktoren werden aufgezeigt und ein Anti-Stress-Programm vorgestellt.

Außerdem wird an authentischen Fallbeispielen beschrieben, zu welchen Verhaltensauf-fälligkeiten und gesundheitlichen Problemen es kommen kann. Es wird erklärt, wie man einem gestressten Hund helfen kann seine innere Ruhe wieder zu finden.

Wir haben gelernt, Stress zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Wenn wir z. B beim Tierarzt waren, dann planen wir für den Rest der Woche keine weiteren Aktivitäten. Auch die Hundeschule ist immer große Aufregung und Douglas und William brauchen dann einfach zwei Tage einfach Ruhe. Wir erkennen z.B genau, wann ein Spaziergang beendet werden sollte, damit wir beide nicht überfordern. Während Douglas um die Augen faltig wird und leicht einfällt, legt William gleich seine ganze Stirn in Falten und wird sehr unruhig. Er schafft es dann nicht mehr, sich zu beruhigen und puscht sich immer mehr hoch. Das geht dann soweit, dass er auch zu Hause keine Zeit findet sich hinzulegen, weil er Angst hat etwas zu verpassen.

Gerade Laborbeagle haben aufgrund der reizarmen Umgebung in der sie aufgewachsen sind, ein erhöhtes Stressproblem, da sie von den vielen neuen Eindrücken überflutet werden. Die ganzen neuen Gerüche und Geräusche müssen erstmal verarbeitet werden. Wer als neuer Besitzer seinem Beagle den Neuanfang erleichtern möchte, sollte also diese Problematik nicht außer acht lassen. Dieses Buch wird eine große Hilfestellung sein und einen durch so manches Problem helfen.

Kristin Wilke


Das unerwünschte Jagdverhalten des Hundes
von Turid Rugaas, erschienen 2005 beim Animal learn Verlag

Da auch bei Laborbeaglen der Jagdtrieb in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden ist und wir bei William einen sehr stark ausgeprägten Jagdtrieb feststellen mussten, haben wir uns dieses Buch besorgt. Natürlich kann man das Jagen nicht aberziehen, aber man kann es mit dem richtigen Training in eine kontrollierte Bahn lenken.

Einleitend wird die Handlungskette beim Jagen erklärt und auch auf die Größenunterschiede der Beutetiere wird einge-gangen. Man erfährt etwas über selbstbelohnende Handlungen und die Körpersprache und das Ausdrucksverhalten wird anschaulich dargestellt. Wenn man die Körpersprache richtig deuten kann, ist man in der Lage, einzugreifen, bevor der Hund durchstartet und sich schon nur durch das Hetzen selbst belohnt. Des Weiteren wird der Einsatz der Sinne erklärt und ich war überrascht, dass erst die Augen, dann die Ohren und dann erst die Nase benutzt werden, um Beute aufzustöbern. Dank der guten Erklärung erweist es sich aber als logisch, da mit wenig Aufwand viel erreicht werden soll.
Im zweiten Teil wird nun ausführlich auf das Training eingegangen. Es fängt bei der eigenen Körpersprache an, geht über den Einsatz der Stimme und erklärt, warum es wichtig ist, zu agieren statt zu reagieren. Man bekommt Tipps zur richtigen Belohnung durch Futter und wie man z.B. Ablenkungsreize nutzen kann. Als weiterer sehr wichtiger Punkt wird auf das „kommunikative Spazierengehen“ eingegangen. Nachdem wir diesen Abschnitt gelesen hatten, sahen wir selbst das Gassi gehen mit ganz anderen Augen und es half uns z.B., William durch bestimmte Situationen besser durchzubringen, bevor er in die Leine springen und toben konnte. Es wird erklärt, wie man sich für seinen Hund interessant machen kann und somit die Aufmerksamkeit gewinnen kann. Super fanden wir in diesem Zusammenhang die Idee mit dem Würstchenbaum, welche wir auch in der Hundeschule ausprobiert haben. Man findet praktisch vor dem Hund diesen sensationellen Würstchenbaum und der Hund lernt., "Wenn mein Mensch ganz aufgeregt ruft, hat er sicher wieder einen dieser Würstchenbäume gefunden“. Der Hu,nd lernt dass er nur mit seinem Menschen zusammen diese tollen Bäume finden kann und dass allein danach suchen gar nichts bringt. Somit lohnt es sich also, in der Nähe seines Menschen zu bleiben.
Außerdem werden Konzentartionsübungen für den Hundeführer erläutert und man bekommt erklärt, wie man die Umgebung richtig beobachtet.
Als nächstes geht es dann zu den Kommandos. Anhand von Bildern ist der Trainingsablauf gut erklärt und man wird Schritt für Schritt durch die Übungen geleitet. Außerdem wird auch auf Fehlerquellen beim Training eingegangen und Trainingshilfsmittel vorgestellt.
Zum Abschluss werden die Grenzen des Trainings aufgezeigt.

Wir nutzen dieses Buch unterstützend zu unserem Programm in der Hundeschule und können es nur empfehlen. Beim Lesen mussten wir das ein oder andere Mal schmunzeln, da wir unser eigenes Fehlverhalten beschrieben fanden. Außerdem ist es wirklich sehr nett geschrieben und durch die vielen Bilder hilft es auch manche Dinge besser zu verstehen.

Kristin Wilke


Das Bellverhalten der Hunde
von Turid Rugaas, erschienen 2007 beim Animal learn Verlag

Als unser kleiner Querkopf William anfing, sich einzubilden, mit Bellen kommt man weiter, las ich dieses Buch und muß sagen – „ Ich war begeistert“!

Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, konnte ich Williams Bellen unterscheiden und gezielt darauf eingehen bzw. entgegenwirken. Ich verstand, dass es einfach seine Art war, mir etwas mitzuteilen in seiner Sprache. Durch dieses Buch lernte ich z. B den Unterschied zwischen einem Freudengebell und einem Frustgebell. Was in unserem Fall sehr hilfreich war, da ich erkannte, dass unser William oft sehr gefrustet ist, wenn etwas nicht nach seinem Köpfchen läuft.

Einleitend wird erklärt, was Bellen überhaupt bedeutet, wann es ein Problem darstellt und wie man es dokumentiert. Gerade das Erstellen eines Bellprotokolls hat mir sehr weitergeholfen, Williams Verhalten richtig einzuordnen.
Des Weiteren werden die verschiedenen Belltypen erläutert und mit der beiliegenden CD veranschaulicht. Es werden das Klangbild, das Bewegungsmuster, die Auswirkungen beim Hund ausführlich beschrieben und natürlich werden dann Trainingsansätze vorgestellt und erläutert.

Zum Abschluss gibt es noch allgemeine Lösungsansätze und eine kleine Übersicht über andere Lautäußerungen.

Ich kann jedem der die Sprache seines Hundes besser verstehen möchte, dieses Buch nur ans Herz legen.

Kristin Wilke


Der Wolf im Hundepelz – Hundeerziehung aus unterschiedlichen Perspektiven
von Günther Bloch, erschienen im Franck-Kosmos – Verlag Stuttgart, 2004.

Ausgehend von der Familienstruktur der Wölfe, die Günther Bloch über viele Jahre in den kanadischen Rockies beobachtet hat, zeigt er neben den vielen Verhaltensweisen, die Wölfe und Hunde immer noch verbinden, deutlich die Unterschiede auf. Wie der Wolf ist auch der Hund ein hochsoziallebendes Tier, dessen Lebensweise sich allerdings im Laufe der Jahrtausende mit derer der Menschen verbunden hat.

Günther Bloch widerlegt den Mythos von „Alpha – Wolf“ und „Hackordnung“, bleibt sich aber selbst treu, wenn er das Extrem von „Tralala – Umgang“ ebenso konsequent ablehnt. Für ihn steht die vertrauensvolle Mensch – Hund – Beziehung an oberster Stelle. Der Hund soll gewisse Regeln lernen und befolgen, aber immer noch Hund bleiben dürfen.

Dazu gehört es für ihn, dass kein permanenter Zwang oder Druck ausgeübt wird, sondern dass bei der Erziehung auch die genetischen Faktoren einbezogen werden. Es werden psychologische Lernregeln erläutert, bevor die einzelnen Methoden zur Hundeerziehung vorgestellt werden.

Nicht immer werden seine Erziehungsvorschläge auf uneingeschränkte Zustimmung stoßen (dies will und kann er auch nicht leisten), sie bieten aber reichlich Stoff für Überlegungen, wie jeder Einzelne von uns mit der „Persönlichkeit Hund“ umgehen und zusammen leben möchte.

An das Ende seines Buches stellt Günther Bloch vier Botschaften vor, welche die Quintessenz des Buches bilden:
  • Jeder Hund ist nach entsprechender Sozialisierung bindungsbereit auf die Art Mensch
  • Hunde sind im sozialen Bereich recht intelligent. Sie brauchen das richtige Maß von Fordern und Fördern.
  • Mensch und Hund greifen auf die selben Ressourcen zu. Daher ist es die Aufgabe des Menschen, den Zugang zu gestalten.
  • Neben dem sozialen Miteinander von Mensch und Hund gibt es immer noch die unverfälschte biologische Seite des Hunden.

 
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