Ein Hund zur Pflege
von Iris Alberts
Soll ich
oder soll ich lieber nicht? Ich gestehe, dass die
Entscheidung, einen Pflegehund aufzunehmen, nicht
ohne Bedenken gefallen ist. Dabei ging es weniger
darum, dass mit dem dritten Hund einiges an Arbeit
auf mich zukommt, zumal Hunde, die gerade das Labor
verlassen haben, nichts kennen, nicht stubenrein sind,
nicht an der Leine laufen können....
Meine Befürchtung
war eher, dass ich mich nicht mehr vom Pflegehund
trennen will und kann. Dieselbe Befürchtung hatte
auch mein Mann, ohne dass es ausgesprochen wurde.
Und dann
war sie da, die kleine Coffee. Überhaupt nicht
scheu, putzmunter, neugierig, ein Top-Hündchen,
dem man seine Vorgeschichte keine Sekunde lang anmerkte.
Unsere "Alteingesessenen" Sally und Nelson,
Herrschaften im gesetzen Alter und ein gut eingespieltes
Team, begrüßten sie zwar nicht unfreundlich,
ihr Interesse am Neuzugang hielt sich aber in überschaubaren
Grenzen. Aufforderungen zum Spiel wurden ignoriert.
Inzwischen
ist Coffee eine Woche lang hier, es gibt eine vorsichtige
Annäherung der beiden Beagles. Sallys Eifersucht
hat nachgelassen, Coffee spielt mit Spielzeug oder
uns Menschen und alle sind zufrieden. Coffee macht
es einem leicht, sie zu mögen und sie hat hier
die Chance, Hunde kennen zu lernen, die keine Beagle
sind oder zu erfahren, wie sich die Körpersprache
von Hunden und Katzen unterscheidet.
Sie wird
uns noch 2 Wochen begleiten und dann endgültig
umziehen. Ich weiß jetzt, dass ich sie ziehen
lassen kann. Sie wird es gut haben bei ihrer neuen
Familie.
Und hier
ist weiterhin Platz für den nächsten "Pflegefall".
Coffees
Pflegestellentagebuch finden
Sie hier.
Teil II
finden Sie hier.