
...
aus unserem Vermittlungsalltag
von Iris Alberts
"Der Hund geht gar
nicht ...

Wir wollten was für'n Garten ...
... zum Spielen ...
... und der hier
hat ja sogar Angst vor seinem Quietschie"
Ach ja, bevor das in Vergessenheit
gerät: zu allem Überfluss pisst er auch
noch unentwegt in die Wohnung.
Die letzten Worte
eines Laborbeaglehalters vor der Rückübereignung
des Hundes an den Verein.
Wir nehmen den Hund entgegen, verfrachten ihn
in eine Box und verschwinden - und bemühen
uns, das Ganze kommentarlos abzuwickeln. Jedes
Wort wäre eines zu viel. Wenn es denn vor
Ort geäußert würde. Jetzt aber,
Stunden später - der Hund ist inzwischen
in einer Pflegestelle sicher untergebracht - ersparen
wir Ihnen nicht länger unsere Meinung zum
Geschehen.
Was für'n Garten??? Was zum
Spielen??? Warum um alles in der
Welt sagen uns die Leute das nicht VOR der Vermittlung?
Vermutlich hätten wir zu einem wind- und
wetter-festen Trampolin geraten, das in der Anschaffung
nur knapp teurer ist als ein Versuchstier, dafür
aber wenig Ansprüche an Pflege und gar keine
an Erziehung stellt. Und jede Menge Spaß
garantiert.
Leider wussten wir nicht, was vom Hund erwartet
wurde und so zog er ein und war schon bald der
totale Reinfall. Ein Griff ins Klo. Nicht stubenrein,
ängstlich, und er wollte zum Verrecken nicht
spielen. Nicht einmal mit seinem Quietschie!
Nee, ist klar, der Hund geht gar nicht. Nach
zwei Monaten bekommt man nicht einen freundlichen
Satz den Hund betreffend über die Lippen.
Die kurze Geschichte ist an dieser Stelle schon
zu Ende. Wir möchten sie noch einmal erzählen:
Die Familie geht gar
nicht...
.. .ich wollte Verständnis ...
... und ein bisschen Zuneigung ...
Am Anfang war ich froh, endlich eine eigene Familie
gefunden zu haben. Vorsichtig habe ich alles beobachtet
und versucht, herauszubekommen, was ich tun muss,
damit sie mich mögen. Sie fanden es gut,
wenn ich meine Geschäfte im Garten verrichtete.
Das hat aber oft nicht geklappt und dann wurden
sie sauer.
Draußen wollten sie mit mir spielen. Meine
Güte, ich bin 8 Jahre alt, ich habe nicht
gelernt zu spielen. Spielen finde ich doof, und
vor den scheppernden und quietschenden Geräten
fürchte ich mich. Ich mag Menschen, aber
vor vielen anderen Dingen habe ich Angst, weil
ich sie nicht kenne. Die Leute dort haben mich
nicht verstanden. Ich habe bald gemerkt, dass
ich eine Enttäuschung für sie bin, weil
ich anders bin, als sich sich vorgestellt hatten.
Das hat mich noch mehr verunsichert. Ich kann
ja nicht raus aus meiner Haut. Was ich erlebt
habe, habe ich erlebt, ich kann es nicht mehr
ändern. Und dass ich deshalb etwas anders
bin als viele meine Artgenossen, ist doch nicht
wirklich überraschend!
Ich wusste schon eine ganze Weile, dass ich in
dieser Familie keine Zukunft haben würde
und war deshalb sehr froh, als die Frau endlich
zum Telefon griff und darum bat, dass mich jemand
abholt.
Es war eine kurze unerfreuliche Episode in meinem
Leben. Ich habe schon einen Haken dahinter gemacht
und hoffe, dass ich bald Menschen finde, mit denen
ich nicht spielen muss, die mit mir in den Wald
gehen und mich schnüffeln lassen, die mir
Zeit geben zum Lernen und mich einfach gern haben.
| Spielende
Hunde |
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Hunde,
die spielen, sind eine große
Freude für ihre Menschen. Wir
alle sehen ihnen gerne dabei zu. Dennoch
gibt es Hunde, die nicht (oder nicht
mehr) spielen. Die Spielneigung nimmt
mit zunehmendem Alter ab, Hündinnen
spielen weniger als Rüden und
ein Hund kann auch glücklich
und zufrieden sein, wenn er nicht
spielt.
Davon
abgesehen gibt es sehr unter-schiedliche
Formen des Spielens, die in einem
Artikel
aus der WUFF sehr schön beschrieben
sind.
Geben
Sie Ihrem Hund die Möglichkeit
zu spielen und finden Sie heraus,
ob er gerne spielt und welche Art
von Spiel er bevorzugt.
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