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aus unserem Vermittlungsalltag
von Iris Alberts
Unkastrierte Tiere aus
dem Tierschutz-
Vertrauen
ist gut - Kontrolle ist besser. (Lenin)
Sicher verraten wir Ihnen
nichts Neues, wenn wir erwähnen, dass viele
Tierschutz-Organisationen ihre Tiere grundsätzlich
kastriert abgeben. Welpen und Junghunde werden
mit der Auflage vermittelt, sie zeitnah kastrieren
zu lassen, für den Fall der Zuwiderhandlung
werden Sanktionen vereinbart. Das kann die Zahlung
einer Vertragsstrafe sein, oder dazu führen,
dass die Organisation berechtigt ist, vom Vertrag
zurückzutreten und dann der Halter den Hund
wieder hergeben muss.
Laborbeagle sind in der
Regel unkastriert, wenn sie das Labor verlassen.
Es gibt wenige Ausnahmen. Da unsere Hunde im Idealfall
direkt vom Labor zu Ihren Familien gebracht werden,
ist es unmöglich, sie unterwegs kastrieren
zu lassen. So sind wir darauf angewiesen, dass
die zukünftigen Halter verantwortungsvoll
mit dem Thema umgehen.
Ein verantwortungsvoller
Umgang mit nicht kastrierten Tieren muss nicht
zwangsläufig eine Kastration nach sich ziehen.
Es gibt andere Möglichkeiten, Fortpflanzung
zu verhindern.
Wer nur einen Hund hat
oder mehrere gleichen Geschlechts, hat das Problem
zumindest nicht im eigenen Haushalt. Läufige
Hündinnen gehören in jedem Fall an die
Leine und es macht Sinn, Spaziergänge in
Zeiten zu verlegen, in denen man voraussichtlich
nicht alle 2 Meter potenten Rüden begegnet.
Außerdem sollte man als Halter einer unkastrierten
Hündin die Stadien der Läufigkeit (er-)kennen.
Es gibt dazu Literatur und auch eine schnelle
Internet-Recherche klärt alle Fragen in diesem
Zusammenhang.
Gerne würden wir voraussetzen,
dass Menschen, die sich bewusst für ein Tier
aus dem Tierschutz entscheiden, sich darüber
im Klaren sind, dass unter keinen Umständen
mit diesem Tier vermehrt wird und sicherstellen,
dass nichts passiert. Es gibt eine entsprechende
Klausel in unseren Verträgen. Jeder, der
damit nicht leben kann, sollte sich woanders um
einen Hund bemühen.
Das ist die Theorie. Man
klärt auf, lässt die Übernehmer
unterschreiben, dass nicht vermehrt wird, und
dann passiert es doch. Dabei ist es unerheblich,
ob bewusst vermehrt wird oder das Ganze ein "Unfall"
war. Im zweiten Fall kann man sie Trächtigkeit
von einem Tierarzt abbrechen lassen und in Zukunft
besser aufpassen. Man kann natürlich auch
gar nichts unternehmen und so den Zeitpunkt für
einen Abbruch verschlafen.
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| Ergebnis
eines "Unfalls": 7 Beaglewelpen |
Wenn so etwas passiert
UND wir davon erfahren, passiert exakt das, was
der Vertrag vorsieht: die Hündin wird abgeholt,
in einer Pflegestelle untergebracht, wo dann der
Wurf bis zur Vermittlung großgezogen wird.
Danach kümmern wir uns um die Vermittlung
der Welpen. Die sorgfältige Aufzucht ist
zeit- und nervenraubend, darüber hinaus auch
noch ziemlich kosten-intensiv. Sollte jetzt ein
Leser anfangen, zu berechnen, wie profitabel die
Angelegenheit für die Organisation ist, machen
wir gern die Gegenrechnung auf.
Da unsere Ansprüche
an Übernehmer von Welpen sehr hoch sind,
ist auch die Vermittlung nicht ganz einfach. Es
mangelt nicht an Interessenten, leider erfüllen
aber nur wenige die Voraussetzungen.
Seit vier Tagen gibt es
nun 7 Beaglewelpen, die auf der Welt sind, weil
es Leute gibt, die sich nicht an das, was sie
unterschrieben haben, gebunden fühlen. Wir
werden unser Bestes tun, damit sie Anfang Januar
2010 gut geprägt und schon mit Vielem vertraut
zu ihren Familien ziehen können. Das bindet
Zeit und Energie, die wir eigentlich dafür
aufbringen möchten, Tieren mit Laborvergangenheit
zu einem besseren Leben zu verhelfen. Und dafür,
Interessenten zu erklären, dass auch erwachsene
Tiere durchaus lernfähig und liebenswürdig
sind.
Wir werden auch weiterhin
auf Vernunft und Einsichtsfähigkeit der Halter
setzen müssen.